„Die jüngste Tochter“ von Fatima Daas sowie „Im düstern Wald werden unsere Leiber hängen“ von Ava Farmehri

Datum/Zeit
10.01.2022
19:00 bis 21:00

Veranstaltungsort
Galerie allerArt, Raiffeisenplatz 1, 6700 Bludenz

 

Beim lit. Salon handelt es sich um eine Buchbesprechung – die Autor_in ist nicht anwesend.

Moderation: Wolfgang Maurer

Eintritt: € 5,00

Die geltenden Corona-Bestimmungen sind einzuhalten.

 

Die jüngste Tochter (eBook, ePUB) - Daas, Fatima

 

»Fatima Daas liefert den literarischen Ausbruch aus einer Welt, die Queers mit Schuld und Scham bestraft. Und sie erzählt ihre Geschichte so klar, so poetisch und so furchtlos, dass es schwerfällt, das Buch nicht in einem Zug wegzuatmen.« Hengameh Yaghoobifarah

Ich heiße Fatima. Ich trage den Namen einer heiligen Figur des Islam. Ich trage einen Namen, den ich ehren muss.
Fatima ist das Kind, auf das keiner mehr gewartet hat, die Nachzüglerin, die einzige Tochter, die in Frankreich und nicht in Algerien zur Welt gekommen ist. Sie wächst mit ihren Schwestern in der berüchtigten Banlieue Clichy auf. Liebe und Sexualität sind in ihrer Familie ein Tabu. In der Schule ist Fatima unangepasst, laut und voller Wissensdurst. Sie hängt am liebsten mit den Jungs herum und fühlt sich falsch in ihrer Haut. Bis sie Nina trifft und ihre eigenen Gefühle für sie erkennt. Doch eine Frau zu lieben, bringt sie nicht nur in Konflikt mit ihrer Familie, ihrem Glauben, sondern auch mit sich selbst.

Atemlos und ungeheuer sprachgewaltig zeigt Fatima Daas mit ihrem vielbeachteten Debüt, dass man sich nicht entscheiden muss und dass die Zerrissenheit der eigenen Identität kein Makel ist. Eine beeindruckende Geschichte weiblicher Selbstermächtigung – dieser Roman ist ein Befreiungsschlag!

»Fatima Daas schreibt wie man betet. Indem sie sich vollkommen hingibt, mit voller Inbrunst.« L’Obs

»Mit ihrer Sprache gelingt ihr das Unmögliche: alles zu vereinen, in einer Sackgasse zu tanzen, bis sich dort eine Tür öffnet, wo vorher eine Mauer war.« Virginie Despentes

Ebenso wird an diesem Abend auch das Buch von Ava Farmehri „Im düstern Wald werden unsere Leiber hängen“ (abgesagter Termin lit. Salon vom 30.11.21) besprochen.

 

Nominiert für den Internationalen Literaturpreis 2021 / Platz 1 Litprom-Bestenliste Weltempfänger

Winter 2020 Sheyda Porroyas Tage sind gezählt. Sie sitzt im Todestrakt eines iranischen Gefängnisses – es ist das Jahr 1999, sie ist zwanzig Jahre jung. Ihre Erzählung, die zwischen Rückblicken auf ihre Kindheit und Jugend und dem barbarischen Alltag im Gefängnis hin- und herwechselt, ist voller Phantasie: Wachsen ihr wirklich Engelsflügel aus den Schulterblättern? Hat sie wirklich ihre Mutter getötet? Oder ist sie vielleicht wahnsinnig? Schon als Kind flüchtet sich Sheyda in eine Traum- und Wahnwelt und gewinnt in der repressiven Umgebung, in der sie aufwächst, immerhin eine Art Narrenfreiheit. Ungeliebte Tochter unglücklicher Eltern, Sonderling ohne Freunde und einzig zur grenzenlosen Liebe begabt, schafft sie sich ein Alter Ego ausgerechnet in Gestalt von Dantes betörender Beatrice. In berückend schöner, kraftvoller Sprache entfaltet Ava Farmehri eine Geschichte von Realitätsflucht, Unterdrückung und Isolation – makaber und magisch zugleich.

Es handelt sich um eine Buchbesprechung, die Autorin wird nicht anwesend sein.

 

 

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