Pressemeldungen

Hier finden Sie eine Übersicht unserer letzten Pressemeldungen.

Pressekontakt:
Angelika Kaufmann
0664 130 68 96
presse@allerart-bludenz.at

 

Kunstankäufe des Landes Vorarlberg 2021

Pressemeldung vom 09.07.2022

PRESSEMITTEILUNG

Kunstankäufe Land Vorarlberg 2021

Bludenz, 21.4.2022: Nachdem die beiden Kunstankaufenden des Landes Vorarlberg, Herta Pümpel und Erhard Witzel, 2019, dem ersten Jahr ihrer Amtstätigkeit, einen Schwerpunkt auf Fotografie gesetzt hatten, rückte 2020 und 2021 vor allem die künstlerische Vielfalt in den Vordergrund. Wie Pümpel und Witzel betonen, war es der pandemiebedingten prekären Situation vieler Kunstschaffenden geschuldet, die einlangenden Ansuchen möglichst rasch zu bearbeiten. Wurden 2020 insgesamt 28 künstlerische Positionen angekauft, so stieg 2021 die Zahl auf 37 Positionen, und zwar 34 Einzelpositionen sowie drei Künstlerduos. Insgesamt wurden 72 Arbeiten angekauft, die werktechnisch alle möglichen Bereiche abdecken, von der Zeichnung über die Acryl- und Ölmalerei, Collage, Mischtechnik und Fotografie, bis hin zu Nähbildern, Drucken und Objekten aus Kunstharz und Keramik sowie Steinbildhauerei. Und wie schon in den Jahren davor betrug das Ankaufsbudget 100’000.- Euro. Anzumerken gilt es, dass das Land ab 2022 das Ankaufsbudget beträchtlich, nämlich um 25 Prozent, auf 125’000 Euro erhöht hat. Nachdem die dreijährige Amtsperiode von Herta Pümpel und Erhard Witzel nun abgelaufen ist, sind neu Andrea Fink und Isabella Marte als Kunstankäuferinnen tätig.

2021 gaben Herta Pümpel und Erhard Witzel im Durchschnitt 2637.- Euro pro künstlerischer Position aus. Das sind um rund 900.- Euro weniger als noch im Jahr davor. Preislich gab es im Unterschied zu 2020 keine allzu großen Ausreisser nach oben. Die teuerste angekaufte Arbeit kostete 8’000,- Euro, wobei es sich um die Rauminstallation mit dem Titel „Die Selbstgefährdung der Zivilisation“, von Christoph und Markus Getzner handelt. Bei den zweitteuersten Arbeiten handelt es sich um eine Fotografie von Marianne Greber und Tom Vau, für die die Ankaufenden jeweils 3’700,- Euro ausgaben.

Trotz der extrem schwierigen finanziellen Lage, in der sich viele Kunstschaffende befinden, standen für die Kunstankaufenden die qualitativen Aspekte stets im Vordergrund. Da aufgrund der anhaltenden Kontaktbeschränkungen, die der Corona-Krise geschuldet waren, häufige Atelierbesuche nicht möglich waren, wurden die meisten Arbeiten aus öffentlichen Ausstellungen herausgekauft. Dabei wurde der Schwerpunkt vor allem auf junge zeitgenössische Kunst gelegt sowie auch auf Positionen, die in der Sammlung des Landes bislang unterrepräsentiert waren.

Über ihre dreijährige Ankaufszeit ziehen Herta Pümpel und Erhard Witzel ein überaus positives Resümee. Der Arbeitsaufwand sei bei mindestens 90 bis 100 Tagen gelegen. Bei den meisten Positionen sei man sich rasch einig geworden, denn: „Wir wußten genau, was wir wollten,“ betonen die beiden Ankaufenden. Im Vergleich zu anderen Bundesländern, wo die Amtsperioden der Ankäufer bis zu fünf oder sechs Jahre dauern können, sei die dreijährige Amtszeit ideal. Man könne in dieser Zeitspanne durchaus eigene Akzente setzen, dann aber werde es wieder Zeit für neue Blickwinkel.

Bereits zum sechsten Mal erfolgt die Ankaufspräsentation in Bludenz. Und zum zweiten Male erfolgt sie an zwei Orten, da die Räumlichkeit der Galerie allerArt für sich allein zu klein wäre, um alle angekaufen Werke zu präsentieren. Daher ist auch in diesem Jahr wieder die unweit der Remise befindliche Kellergalerie kukuphi (Kunst, Kultur, Philosophie) in der Werdenbergerstraße mit an Bord.

Im Rahmen der Finissage am 18. Juni wird auch ein Katalogwerk präsentiert, in dem sämtliche in den Jahren 2019 bis 2021 von Herta Pümpel und Erhard Witzel angekauften Positionen dokumentiert werden. In der rund 200 Seiten starken Publikation soll jedem einzelnen Kunstschaffenden oder jeder Künstlergruppe eine Doppelseite für Werk und Text zur Verfügung gestellt werden.

((Factbox))
Kunstankäufe Land Vorarlberg 2021:
Luka Jana Berchtold, Hubert Dobler, Dietmar Fend, Evelyne M. Fricker, Christoph und Markus Getzner, Elsbeth Gisinger-Fessler, Alfred Graf, Marianne Greber, Pirmin Hagen, Severin Hagen, Romana Hagyo und Silke Maier-Gamauf, Lorenz Helfer, Johan Jansen, Rafet Jonuzi, Rubí Juárez, Christine Katscher, Hilda Keemink, Gabriela Klocker, Ulli Knall, Margit Krismer, Philipp Leissing, Bianca Lugmayr, Claudia Mang, Hanno Metzler, Paul Mittler, May-Britt Nyberg Chromy, Drago Persic, Birgit Pleschberger, Hermann Präg, Daniel Rendón Guerrero DATA, Andreas Rhomberg, Bruno Richard, Anna und Maria Ritsch, tOmi Scheiderbauer, Erich Smodics, Tom VAU (Volgger), Stefan Waibel


Galerie allerArt, Am Raiffeisenplatz 1, Bludenz
Kellergalerie kukuphi, Werdenbergerstraße 26, Bludenz
29.4.- 18.6.2022
Eröffnung: 28.4., 20.00 Uhr
Finissage mit Katalogpräsentation der Ankäufe 2019-2021: 18.6., 18.00 Uhr

Mi-So, Fe 15-18
www.allerart-bludenz.at

Weitere Infos:
Andrea Bickel
Künstlerisches Betriebsbüro
allerArt Bludenz
Raiffeisenplatz 1
A-6700 Bludenz
info@allerart-bludenz.at
Tel. 0664 500 55 36

Bild 2 - Lugmayr Bianca - I can't hide, 2020, Nähbild in Schichten .jpeg

Friederike Feldmann und Alexander Wagner „ROTER FADEN GRÜNER ZWEIG“

Pressemeldung vom 04.07.2022

 

PRESSEMITTEILUNG

„Roter Faden grüner Zweig“

Bludenz, 22.6.2022: Die vierte Ausstellung des laufenden Jahres 2022 in der Bludenzer Galerie allerArt ist dem Schaffen der 1962 in Bielefeld geborenen Künstlerin Friederike Feldmann sowie Alexander Wagner, Jahrgang 1978, gewidmet. Beide in Berlin lebenden und arbeitenden Kunstschaffenden sind der Malerei und der Zeichnung verhaftet und beide zeigen ihre Werke häufig anhand von installativen, raumbezogenen Anordnungen. Wobei bei Feldmann vor allem malerische Grundfaktoren wie Gestus, Textur, Repräsentation und Autorschaft in den Fokus rücken, während Wagner gegensätzliche Aspekte wie Abstraktion und Gegenstand oder Fläche und räumliche Illusion ausbalanciert.

Feldmann und Wagner übertiteln ihre Ausstellung in Bludenz mit „Roter Faden grüner Zweig“. Womit bereits angedeutet ist, dass sich sämtliche gezeigten Werke innerhalb des Farbspektrums Rot-Grün bewegen. Angesagt sind nicht nur Papier- und/oder Leinwandbilder, sondern auch Wandarbeiten von Feldmann, die direkt vor Ort entstehen. „Roter Faden grüner Zweig“ ist die zweite gemeinsame Ausstellung von Friederike Feldmann und Alexander Wagner. Die erste fand 2016 im Oldenburger Kunstverein statt.

Die jüngeren Arbeiten von Feldmann erinnern visuell an kalligraphische Schriftsätze. Die Künstlerin nutzt dabei den Gestus des Schreibens, um grafische Bilder zu malen. Bilder, die vorgeben, konkrete Texte zu sein, es aber nicht sind. Es sind Zeichenketten ohne syntaktischen Zusammenhang. Denn der Künstlerin geht es um den individuellen Duktus als Mittel zur Konstruktion formaler bildnerischer Formationen. In der Galerie allerArt wird Feldmann ganz neue Wandarbeiten umsetzen, die direkt vor Ort entstehen und die Einblick in den „illusionistischen Konzeptionalismus“ (Max Glauner) der Künstlerin geben. Im Unterschied zu den Fresken eines Giotto oder Michelangelo, die über die Jahrhunderte hinweg erhalten geblieben sind, sind Feldmanns Arbeiten nur für den Augenblick gemalt. Sie verschwinden nach Ablauf der Ausstellung wieder und bleiben nur als fotografische Dokumentationen oder ideell in der Erinnerung der Ausstellungsbesucher erhalten.

Bei Alexander Wagner spielt die Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten der Bildproduktion im Kontext von Malerei und Zeichnung eine besondere Rolle. Er erschließt dieses Feld in vielfältigen Medien, um deren bildnerischen Möglichkeiten und Grenzen zu erforschen. In seinen Arbeiten greift der Berliner Künstler zumeist auf eine Formensprache zurück, die zwischen Abstraktion und Figuration balanciert. Wagners Bilder wirken auf das Wesentliche reduziert, wobei die Farbe den zentralen Aufhänger darstellt. Zuletzt gewann die Technik der Wandmalerei im Werk des Künstlers zunehmend an Bedeutung. Dem orts- und architekturbezogene Malen kommt hier eine wesentliche Bedeutung zu. Räumliche Erfahrungen erhalten einen neuen Stellenwert und verändern und erweitern die visuellen Wahrnehmungsperspektiven.Die deutsche Kunsthistorikerin Susanne von Falkenhausen schreibt über Feldmann und Wagner, dass die beiden nicht nur ein Spiel mit der Wahrnehmung zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit treiben würden, „sondern auch mit dem Verhältnis von Fläche und Raum, Figur und Grund, Opazität/Undurchsichtigkeit und Transparenz. Wie verhalten sich zum Beispiel die Pinselstriche auf der Wand, die so breit sind, dass sie eher an das Vorgehen von Anstreichern denken lassen, die aber auch die Ästhetik gestischer Malerei aufrufen, zu den streng geometrisch geformten weißen Flächen – was ist vorne, was hinten, was Figur, was Grund? Apropos, Feldmann nannte eine ihrer Wandarbeiten ‚drunter und drüber‘, oder, in einer Erweiterung um die dritte Schicht: ‚Die Wand malt mit‘.“

 

((Factbox))
Friederike Feldmann und Alexander Wagner:
„Roter Faden grüner Zweig“

Galerie allerArt, Am Raiffeisenplatz 1, A-6700 Bludenz
1.7.- 6.8.2022
Eröffnung: 30.6., 20.00 Uhr
Mi-So, Fe 15-18
www.allerart-bludenz.at

Weitere Infos:
Andrea Bickel
Künstlerisches Betriebsbüro
allerArt Bludenz
Raiffeisenplatz 1
A-6700 Bludenz
info@allerart-bludenz.at

Fotocredit: ESPREART/allerArt

 

Thomas Hoor

Pressemeldung vom 10.01.2022

„Das Jetzt ist gut“
Thomas Hoor: Malerei und Zeichnung

Bludenz, 2.1.2022: Die Bludenzer Galerie allerArt eröffnet das Ausstellungsjahr 2022 mit einer Ausstellung zum Schaffen des in Bregenz lebenden Malers und Zeichners Thomas Hoor. Gezeigt werden Öl- und Acrylgemälde sowie Zeichnungen, die in den letzten Jahren entstanden sind und die inhaltlich aus dem Alltag gegriffene situative Settings, ironisch-humorvolle Tiergeschichten, von der Belanglosigkeit bis zum Existenziellen reichende Lebensgesten, hintersinnige politische Kritisierereien oder erotische Männerphantasien transportieren.

Hoor, 1968 in Hohenems geboren, bezieht die Vorlagen zu seinen Werken häufig aus Fotografien, die er selber macht, aus elektronischen Medien oder aus Abbildungen, die er aus Zeitschriften und Magazinen ausschneidet und kistenweise sammelt. Er hält in seinen Öl- und Acrylbildern Augenblicke der Zeit fest. Es sind stets kleine Geschichten, die er entweder in großzügigen freien Gesten oder in fast realistischer Exaktheit auf den Bildträger bannt. Es sind Zeitschnitte, die von der Leichtigkeit, dem Überschwang und den Freuden des Lebens genauso berichten, wie von dessen Schwere, dem Schmerz und dem Leiden. Aber nie erhebt Hoor den Zeigefinger. In seinen Gemälden zeigt er sich als expressiver Farbdramaturg. Die Augenblicksmotivik aus seiner kruden Alltagswelt, die zwischen dem gerade Jetzt und dem gerade Vergangenen vermittelt, modelliert er gestaltungssicher konsequent in pastoser Manier. Die Dramatik des Augenblicks ist mit jedem Wimpernschlag sicht- und spürbar. Melancholie und Sehnsuchtsmomente verleihen seinen Werken Tiefe und bannende Leseschichten.

In Hoors Bilderkosmos kommen auch banalste Dinge zu ihrem (Bild)Recht. Ein simpler Heizkörper zum Beispiel. Allerdings abastrahiert ihn Hoor derart, dass Assoziationen zur geometrisch-konkreten Kunst evident werden. Augenzwinkernd wirkt der Künstler, wenn er Tiere und Naturelemente ins Bild setzt, wie die watschelnde Ente („Mal sehen, was Andrea so macht“) oder eine Gruppe von Pilzen („Wir sind wir“). In anderen Arbeiten beschreibt er malend und zeichnend aus dem Leben gegriffene Situationen und übertitelt sie mit kritischen Anmerkungen („Noch ein Kind, das den Anschluß verpaßt hat“, „Corona After Party“). Wie bei anderen Gemälden und Zeichnungen schreibt er in „Corona After Party“ (2021) den dargestellten Figuren Sprechblasen mit spitzen Texten zu: „ICH IST OFT SCHWER“, „DAS JETZT IST GUT“, „KUNST MUSS HASSEN“. Markante Bildtitel und Textfragemente, die Hoor einsetzt und als „Sprechblasen“ oder Untertitel die Bildinhalte als weitere Ebene überlagern, sind ein ständig wiederkehrendes zentrales Element und wirken mitunter wie Kürzest-Lyrik oder Zitate aus dem kulturellen „Kurzzeitgedächtnis“.

In der Ausstellung sind auch mehrere Akte zu sehen. Wobei der Bregenzer Künstler das Thema Erotik vorsichtig angeht. Frauen mit klaffenden Vaginen sind in Schwarz-Weiß gehalten. Hoor sieht Liebe und Sex als sensible Themen an, die er durch die schwarz-weiße „Farbgebung“ einer möglichen Plakativität entreißen möchte.

Thomas Hoor studierte nach dem Besuch der Höheren Graphischen Bundeslehr- und Versuchsanstalt Wien an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Desweiteren war er unter anderem auch Artist in residence in Bilbao als Teilnehmer des Austauschprogrammes der Kulturabteilung der Vorarlberger Landesregierung .

((Factbox))
Thomas Hoor: Malerei und Zeichnung
Galerie allerArt, Am Raiffeisenplatz 1, A-6700 Bludenz
14.1.- 26.2.2021
Soft-Opening: 13.1., 18.00 – 20.30 Uhr (es gelten die jeweiligen Coronabestimmungen)
Mi-So, Fe 15-18
www.allerart-bludenz.at

Weitere Infos:
Andrea Bickel
Künstlerisches Betriebsbüro
allerArt Bludenz
Raiffeisenplatz 1
A-6700 Bludenz
info@allerart-bludenz.at
Tel. 0664 500 55 36

 

LaRisa – Female Voices #7, 8.1.2022 – 20.00 Uhr Remise Bludenz

Pressemeldung vom 22.11.2021

LaRisa – 8.1.2022, 20.00 Uhr Female Voices bei allerArt Bludenz

PRESSETEXT

 

Wortfetzen und kleine Melodien purzeln wie von selbst aus dem Kopf heraus, die Töne fügen sich im Wechselspiel mit Instrument und Stimme nach und nach zu einem vertraut werdenden Muster zusammen und das noch zuvor leere Blatt Papier füllt sich mit Kritzeleien. Ein neuer Song entsteht.

Die Liebe zur Musik entdeckte die Vorarlberger Sängerin, Komponistin, Bandleaderin und Gesangspädagogin Larissa Schwärzler bereits in jungen Jahren: Schon im Kindergarten sang sie in einem Chor, gefolgt von Unterricht in Blockflöte, später Klavier und mit vierzehn Jahren schließlich Gesangsunterricht am Jazz-Seminar Dornbirn. Im Alter von fünfzehn Jahren schrieb sie ihren ersten Song „The Wall“, den sie bis heute in ihren Live-Programmen performt.

Während ihres Gesangstudiums an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien formte die junge Sängerin dann ihr Herzensprojekt: Die Band LaRisa. Pianist Simon Oberleitner versteht es wie kein anderer, die Gesangsmelodien geschmackvoll zu umspielen, ohne sie dabei zuzudecken, während Bassist David Ambrosch und Schlagzeuger Konstantin Kräutler-Horváth einen warmen Klangteppich schaffen, der den Kompositionen zu mehr Tiefe verhilft. Neuerdings hat sich das Quartett ein weiteres Bandmitglied dazu geholt und sich mit Samuel Wolf an der Gitarre zum Quintett formiert, was die stilistische Reise von LaRisa mehr und mehr im Soul münden lässt.

„Der Spaß der Band liegt darin, dass Larissa Kompositionen bringt, die schon ziemlich viel beantworten, sie dann aber auch sehr offen im Umgang mit unseren Ideen ist.“– Konstantin Kräutler-Horváth über die musikalische Zusammenarbeit bei LaRisa

Im April 2017 erschien das Debutalbum „Little Girl“, im Februar 2021 folgte „Of Worth“, das LaRisa den Gewinn des „Sound@V“ Awards in der Kategorie Weltmusik einbrachte. Auf beiden Alben präsentiert Larissa Schwärzler mit ihrer Band ausschließlich Kompositionen aus eigener Feder. Die eigenwilligen Songs bewegen sich von groovigen Patterns über diverse Taktwechsel bis hin zu Improvisationspassagen. Weiters schaffen gefühlvolle Balladen einen Ruhepunkt im Repertoire von LaRisa.

„Was unglaublich schön und wertvoll für mich ist, ist dass ich mich mit meiner Band so richtig in die Musik fallen lassen kann.“– Larissa Schwärzler über LaRisa

Ehrliche, berührende Texte – getragen von einer Stimme, manchmal zart und fragil, manchmal kraftvoll, soulig und durchaus fordernd, schimmernd in allen erdenklichen Farben und Facetten, umwoben von Klavier, Gitarre, Bass, und Drums – das sind Larissa Schwärzler, Simon Oberleitner, Samuel Wolf, David Ambrosch und Konstantin Kräutler-Horváth.

Larissa Schwärzler – voc, comp & arr.

Simon Oberleitner – keys, arr.

Samuel Wolf – git, arr.

David Ambrosch – bass, arr.

Konstantin Kräutler-Horváth – drums, arr.

 

Tanja Boukal und Carmen Pfanner – 11.11.21 – 30.12.21

Pressemeldung vom 12.11.2021

Textile Ausgangspunkte
Tanja Boukal und Carmen Pfanner in der Bludenzer Galerie allerArt

Bludenz, 5.11.2021 Mit Carmen Pfanner und Tanja Boukal präsentiert die Bludenzer Galerie Allerart zum Jahresausklang zwei Positionen, für die das textile Arbeiten ein zentraler Ausgangspunkt darstellt. Die beiden Künstlerinnen setzen auf traditionelle Arbeitstechniken, die zu besonderen Artefakten aktueller existenzieller Betroffenheit von Individuum und Gesellschaft künstlerisch verarbeitet werden. „Aus dem Dunkel des Vergessens von Bedingungen in der Textilindustrie produzieren die Künstlerinnen mit klugem analytischem Blick überzeugende Werke bzw. Projekte,“ postuliert Kurator Manfred Egender.

Hintergrund der Ausstellung ist, dass Kurator Egender die 1957 in Dornbirn geborene Carmen Pfanner zu einer Werkschau eingeladen hat. Mit der Einladung war die Aufforderung verknüpft, eine weitere Künstlerin oder einen weiteren Künstler in die Ausstellung mit einzubeziehen. Pfanner entschied sich für die 1976 in Wien geborene Kunstschaffende Tanja Boukal, die sie zwar nicht persönlich kannte, aber von der sie schon mehrere Ausstellungen gesehen hatte und von ihr wußte, dass sie ebenfalls textil arbeitet. Die in Bludenz gezeigten Exponate der beiden Kunstschaffenden werden aber nicht in einen Dialog zueinander gestellt, sondern im Prinzip handelt es sich um zwei eigenständige Einzellausstellungen im selben Raum.

Carmen Pfanner bezieht sich in ihrem Beitrag auf einen Hammer ihres Vaters sowie eine Schere ihrer Großmutter. Beim Hammer, den sie für das Einschlagen von Ösen verwendete, fielen ihr die eingebrannten Initialen „Pf.B.“ in übergroßen Lettern auf. Auch an ein Bild eines steinernen Hammers aus einem Berliner Museum, abgebildet in einem alten Buch aus den 1930er Jahren, erinnerte sich sich. Beide in Kombination sind nun der Kern ihres Ausstellungsthemas, das sie mit „Pf.B. 1 plus X“ übertitelt. Den Hammer aus dem Buch hat sie bereits 2017 ein paarmal auf Stoff drucken lassen. Gedacht etwa zur weiteren Verarbeitung zum Thema “Erstes Werkzeug des Menschen“. Darauf zu sehen sind auch die in der Schneiderei üblichen Anwendungen des „Abnähers“, was so viel bedeutet, wie einen flachen Grundschnitt aus Papier oder Stoff in einen den Rundungen des menschlichen Körpers entsprechenden Schnitt mittels Abnähern, Einschnitten zum Erweitern und Faltungen abzuändern. Den Grundschnitt dafür lieferte eben der Umriss des steinernen Hammers.

Für die Ausstellung in Bludenz hat die Künstlerin fünf dieser Stoffdrucke mit jeweils einem anderen „Schnitt“ gestaltet. Parallel dazu gibt es 3-D-Objekte, die sie nach diesen Schnitten – inklusive ein wenig kompositorischer Freiheit – genäht, gefüllt und bearbeitet hat. Das Ergebnis einer weiteren Schnitt-Konstruktion ist die Arbeit „TORSO“. Ein Wandobjekt, das aus einem aus Pferdehaar gewebten, klassischen Herren-Jacket-Einlagenstoff der Firma „Hänsel“ aus frühen Jahren genäht ist. Ergänzt werden diese Arbeiten durch drei große Reliefs. Der Künstlerin besonders wichtig ist, dass der Hammer ihres Vaters Pf.B. und die (Schneider)-Schere der Großmutter in der Ausstellung mitverwendet und in einer Vitrine präsentiert werden.

Mit diesen Transformationsstrategien spricht Pfanner unter anderem das Verschwinden von Handwerkstechniken und das Sterben von Arbeitplätzen an. Dies ist denn auch eine der Parallelen zu Tanja Boukals Arbeit in dieser Ausstellung.

Tanja Boukal richtet in ihrem Schaffen den Blick vor allem auf Menschen, die normalerweise nicht im Mittelpunkt stehen, aber durch ihr oft unbemerktes Handeln sehr vieles bewirken. Seit Mitte der 1990er Jahre arbeitet Boukal, beeinflusst von ihrer Ausbildung als Bühnenbildnerin und Kunststickerin, vor allem im Bereich der Plastik und Installation. Seit einigen Jahren nutzt sie die Fotografie als Basis für ihre Arbeiten. Als Zeichen der Bedeutsamkeit der von ihr dargestellten Menschen verwendet sie seit 2007 zunehmend aufwendige Handwerkstechniken wie Stricken, Sticken, Häkeln und Nähen.
In Bludenz präsentiert Boukal ihr gesamtes „Mulhouseprojekt“. Dabei handelt es sich um ein vielschichtiges Forschungs- und Schaffensprojekt, für das sie sich auf Einladung der Kunsthalle Mulhouse und des dortigen Stadtarchivs mit dem elsässischen Textilunternehmen Dollfuss Mieg et Compagnie (DMC) auseinandergesetzt hat. Die Firma war eine der ersten, die 1884 ein vollständiges Handbuch des Textilhandwerks veröffentlichte. Verfasst wurde die Enzyklopädie von Thérèse de Dillmont, einer österreichischen textilen Handarbeitslehrerin, die einst dieselbe Stickschule in Wien besucht hatte, wie mehr als ein Jahrhundert später Tanja Boukal. Die Künstlerin recherchierte mehrere Monate im Archiv von DMC. Ihr Ziel war es, alle Muster der Enzyklopädie zu reproduzieren, für die noch immer das Material von DMC hergestellt wird. Sie fotografierte im ehemaligen Firmenareal von DMC und kombinierte dies mit alten Fotos von verschiedenen Mitarbeitenden aus dem letzten Jahrhundert. Sie wollte dokumentieren, was gewesen ist, was verloren ging und welche Entwicklungen stattgefunden haben. Neben einem Video, das die Geschichte des Projekts von Boukal darlegt, sind unter anderem auch drei Serien von Stickarbeiten zu sehen. Dabei handelt es sich um auf Stramin gedruckte und durch Gobelinstickerei vollendete Bilder von Produktionsmaschinen.

((Factbox))
Tanja Boukal und Carmen Pfanner
Galerie allerArt, Am Raiffeisenplatz 1, A-6700 Bludenz
12.11.- 30.12.2021
Eröffnung: 11.11., 20.00 (es gelten die jeweiligen Coronabestimmungen, um
Vorabanmeldung wird gebeten: info@allerart-bludenz.at, Tel. 0664 500 55 36)
Mi-So, Fe 15-18
www.allerart-bludenz.at

Weitere Infos:
Andrea Bickel
Künstlerisches Betriebsbüro
allerArt Bludenz
Raiffeisenplatz 1
A-6700 Bludenz
info@allerart-bludenz.at
Tel. 0664 500 55 36